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Hannes Niederhausen

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Ghost Biker

»Wie weit ist es denn noch?«, fragte Julia.

Max schaute auf die Karte. »Also, wenn wir die Straße nehmen, sind wir bestimmt noch eine Stunde unterwegs, aber hier, der kleine Waldweg, der würde uns in 15 Minuten zur Ferienwohnung bringen.«

Julia hielt den Pott Kaffee vor ihren Mund. Sie waren bereits fünf Stunden gefahren und die Pause in dem kleinen Diner war ihr sehr willkommen. Wenn sie aber gewusst hätte, dass sie so nah waren, hätte sie wohl auf die Pause verzichtet. Zumal das Diner irgendwie unheimlich war.

Neben ihnen saßen nur drei andere Kunden an ihren Tischen. Dabei sahen die so aus, als wären sie hier festgewachsen.

Einer der drei war ein graubärtiger alter Mann direkt neben ihnen. Er drehte sich um und fragte: »Ihr wollt durch den Wald? Nach Sonnenuntergang? Davon würde ich abraten.«

»Warum?«, fragte Julia.

Der alte Mann strich sich durch den Bart. »Nun, zum einen gibt es kein Licht. Zum anderen ist der Wald verflucht, seit der kleine Jonathan vor ein paar Jahren verunglückt ist.«

»Verflucht?« Max lachte auf. »So ein Unsinn!«

»Hör mir zu, mein Freund. In den Nächten um Halloween herum kam jeder, der den Wald betreten hat, dort nicht mehr lebend heraus. Und welchen Tag haben wir heute?«

»Den dreißigsten Oktober«, flüsterte Julia.«

»Quatsch! Außerdem fahren wir mit dem Auto. Was sollte uns da schon aufhalten?«

Julia schaute Max verunsichert an. »Sollten wir nicht vielleicht doch lieber die Straße nehmen? Wenn es doch so dunkel ist?«

»Das dauert viel zu lange. Du willst doch ankommen. Und überhaupt, wir müssen ja nicht so schnell fahren.«

»Oh doch, das solltet ihr. Einmal den Wald befahren, solltet ihr schleunigst sehen, dass ihr wieder herauskommt. Ich rate euch, nehmt die Straße oder es wird ein böses Ende nehmen.«

Max schüttelte entschieden den Kopf. Er würde nicht noch eine ganze Stunde fahren, wenn er in einem Viertel der Zeit ankommen könnte.

»Macht, was ihr wollt. Ich habe euch gewarnt.« Der Alte wandte sich von ihnen ab und kümmerte sich wieder um seinen Burger.

»Max …«

»Hör auf. Das ist doch nur Geschwätz! Wir sind schon zu spät. Was wenn der Vermieter in einer Stunde nicht mehr da ist?«

»Dann ruf ihn doch an.«

Max seufzte. Er nahm sein Handy und rief den Vermieter an. Als er auflegte, seufzte er erneut. »Da haben wir es. Er kann nicht mehr länger als eine halbe Stunde warten. Damit steht der Weg fest. Komm, wir müssen los.«

Sie zahlten, stiegen in ihren alten Golf und fuhren los.

Die ganze Fahrt über hatten sie nicht gesprochen. Julia versuchte sich vorzustellen, was in dem Wald lag. Max verfluchte sich, dass sie überhaupt die Pause eingelegt hatten, so kurz vor dem Ziel. Aber sie hatten solchen Hunger gehabt, das musste er sich eingestehen.

Trotz der aktiven Navigation auf seinem Handy , hätte er beinahe die Einfahrt in den Wald verpasst. Der Weg schüttelte sie ordentlich durch, so blieb ihm nichts anderes übrig, als vom Gas zu gehen.

Und während er leicht nach vorn gebeugt den Weg zu erkennen versuchte, schaute sich Julia nervös um, drehte sich von einer Seite zur nächsten, schaute nach hinten, soweit sie konnte und dann wieder nach vorn.

»Schatz, kannst du bitte mal ruhig sitzen bleiben.«

Julias Nerven waren zum Zerreißen angespannt. Sie schluckte eine Erwiderung herunter und schaute starr nach vorn. Sie hatte in der Dunkelheit eh nichts erkennen können.

Doch sie hörte etwas durch das Motorengeräusch. Ein Scheppern, nein, ein metallisches Ringen.

»Hört du das auch?«

»Ich muss mich konzentrieren.«

Da war es wieder. Julia neigte den Kopf zur Seite, versuchte das Brummen des Motors auszublenden und sich ganz auf das andere Geräusch zu konzentrieren.

Da!

»Ich höre doch was.«

»Julia!«, schrie Max nun beinahe. »Willst du, dass ich gegen einen Baum fahre?«

Sie schüttelte den Kopf.

»Dann sei ruhig!«

Max zuckte zusammen, jetzt hatte er es auch gehört. »Was zum Teufel?…«

Eine Fahrradklingel! Natürlich, warum hatte sie das nicht sofort erkannt?

»Welcher Idiot fährt denn hier ohne Licht Fahrrad?«

Die Klingel war nun so deutlich zu hören, dass der Fahrer neben ihnen fahren musste. Julia schaute auf den Tacho. Sie fuhren gerade einmal 20 km/h. Der Fahrradfahrer könnte sie also einholen, doch der unebene Boden musste doch für ihn viel gefährlicher sein.

Ring. Ring. Ring.

Sie schaute sich um. Weder links noch rechts von ihnen war etwas zu sehen. Die Dunkelheit im Wald fraß alles auf. Julia öffnete ihr Fenster.

Ring. Ring. Ring.

»Hallo?«, rief Julia, doch die Antwort war nur ein Klingeln.

»Mach Dein Licht an, Du Idiot, sonst ramm ich dich noch aus Versehen!«, brüllte Max, doch auch hier kam nur das Klingeln zurück.

Julia hielt den Kopf hinaus, der Wind zerzauste ihr Haar und plötzlich spürte sie einen Ruck. Schon war sie wieder im Auto.

»Bist du irre?«, fragte Max und zeigte ohne weitere Worte auf die tiefliegenden Äste.

Sie schluckte einen Kloß herunter. Sie hätte sich den Schädel einschlagen können.

Ring. Ring. Ring. Ring.

Das Klingeln klang nun fast schon fröhlich, als wollte es sie herauslocken, als wollte …

Sie schüttelte den Kopf. Das war doch absurd.

Sie hörte die Stimme des Alten wieder in ihrem Kopf: »Jeder, der den Wald betreten hat, kam dort nicht mehr lebend heraus.«

Ring. Ring. Ring.

»Max, fahr schneller. Das ist mir unheimlich.«

Ring. Ring. R…

Der Motor heulte auf und das Auto machte einen Satz. Julia schloss ihr Fenster. Sie wollte nicht, dass irgendwer, irgendwas hereinkommen konnte.

Dann schaute sie wieder nach hinten, doch der Gurt störte sie. Sie schnallte sich ab, hockte sich auf die Sitzfläche und klammerte sich an die Lehne, während das Auto sie durchschüttelte, als wollte es sie wie ein Rodeopferd abwerfen.

Ring. Ring. Ring.

Das Klingeln wurde leiser.

»Endlich. Wie lange müssen wir denn noch durch den Wald fahren?«, fragte sie und setzte sich wieder richtig hin.

»Keine Ahnung, eigentlich müssten wir schon draußen sein«, murmelte Max.

»Das nächste Mal fahren wir Landstraße«, sagte sie. Max erwiderte etwas, doch sie konnte ihn durch ihren eigenen Schrei nicht hören. Plötzlich sah sie den Radfahrer vor sich. Eine leuchtende Gestalt, mitten auf dem Weg. Er schaute sie an, wie ein geblendetes Reh, doch er war nicht geschockt. Er grinste!

Instinktiv riss Max das Steuer herum und dann hörte Julia nur noch das laute Krachen und spürte, wie sie nach vorn durch die zerborstene Windschutzscheibe geschleudert wurde.

Ring. Ring. Ring.

Sie öffnete die Augen und stöhnte. Sie spürte nichts, konnte den Kopf nicht bewegen. Aber sie hörte das Klingeln, hörte wie die Reifen des Rades über das trockene Laub fuhren.

Das Rad blieb stehen, das leuchtende Gesicht erschien in ihrem Sichtfeld. Der Geist grinste immer noch. Er zeigte auf seinen Kopf, dann auf ihren. Sein Schädel war auf der rechten Seite zerdrückt..

»Helm«, sagte der Geist und zeigte wieder auf ihren Kopf. Dann zeigte er zum Auto. Sie hörte Max stöhnen. Er lebte noch! Klar, er war auch angeschnallt.

»Sicherheit«, sagte der Geist. Dann lachte er. Es klang unmenschlich, eher wie das Quietschen einer Tür. Sie spürte eine Träne ihre Wange hinunter laufen.

Der Geist beugte sich weiter zu ihr, versuchte, sie zu berühren, doch er griff durch sie hindurch. Dann löste er sich auf.

»Max! Max, bitte hilf mir.«

Sie hörte wie die Tür aufging.

»Max! Max!« Ihre Schreie wurden immer lauter, doch sie klangen falsch. Sie klangen, wurde es ihr klar, wie das Quietschen einer Tür.

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Traumwandler

Neugierig? Hier habt ihr den Klappentext:
Noch 5 Sekunden und das Flugzeug zerschellt auf dem Boden. Richard Lose starrt entsetzt in die Augen des Attentäters und weiß, dass er sterben wird.

Dann wacht er auf.
Zum Glück war der Absturz nur ein Traum … denkt Richard. Bis er die Aufnahmen sieht: Er steht am Gate und betritt das Flugzeug. Alles ist real.

Auch der Attentäter ist am Leben. Nachdem dieser Richards Mutter ermordet, setzt Richard alles daran, ihn aufzuhalten. Doch der Mörder ist ein Traumwandler und seinen wahren Körper zu finden, ist nahezu unmöglich.

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