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Hannes Niederhausen

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Die Rache der Elfen

Die Hügel im Sand fielen ihm sofort auf, als er das Schlauchboot an den Strand zog. Es erinnerte ihn mit Grauen daran, was er vor einem Jahr am Nordpol gesehen hatte. Dass es ihn nun ausgerechnet hier in die Karibik führen würde, um die Hintergründe des Nordpolmassakers zu ergründen, hatte er nicht kommen sehen. Oben im Norden arbeiteten sie in der Kälte fleißig an den Geschenken, während er hier in der Hitze versuchte, einen weiteren Sabotageakt zu verhindern.

Er zögerte einen Moment und strich den Sand von einem der Hügel. Er befürchtete, weitere tote Elfen zu finden, doch dies war kein Elf, sondern ein muskelbepacktes Nagetier, das an ein Eichhörnchen erinnerte. Der süßliche Geruch des Kadavers war widerlich und er wunderte sich, dass sich nicht schon Fliegen auf den verwesenden Körper breit gemacht hatten.

Die anderen Hügel waren größer, doch er hatte keinen Bedarf, noch mehr tote Tiere zu sehen. Er musste sich auf seinen Auftrag konzentrieren. Er musste den Produzenten der Pillen, die den Gringe wahnsinnig und extrem stark gemacht hatten, ausfindig machen. Ein Jahr hatte es gedauert, doch nun war er hier, um die Rache der Elfen zu überbringen.

Ein Weg führte direkt in den Dschungel. Er folgte ihm, immer eine Hand an der Waffe in seinem Halfter. Noch einmal würde er sich nicht überraschen lassen. Manchmal spürte er die gebrochene Rippe noch und den verlorenen Backenzahn hatte er auch ersetzen müssen.

Es raschelte im Gebüsch. Er zog die Waffe und zielte auf einen schwarzen Puma, der auf ihn zukam. Zumindest sah das Tier so aus wie ein Puma, nur war es genauso muskelbepackt wie das Eichhörnchen. Er zögerte nicht lange und schoss dem Tier direkt in die Augen.

Es sackte zusammen und er atmete beruhigt aus. Was er allerdings nicht mitbekam, war, dass sich jemand hinter ihm angeschlichen hatte. Er hörte nur das Klong und spürte den Schmerz auf seinem Hinterkopf.
Dann wurde alles schwarz.

***

Als er wieder zu sich kam, war er an einen Stuhl gefesselt. Neben ihm rannte ein Hamster in seinem Rad, so schnell, dass er den ganzen Komplex mit Strom zu versorgen schien. Auf der anderen Seite saß ein Fleischklops, dem Gringe nicht unähnlich.

»Na, du Lauch!« Er zog an seinen Fesseln. »Haben sie dich schön vollgepumpt? Was macht denn der Kopf, bestimmt ganz hohl.«

Der Muskelberg hob den Kopf und es knirschte wie Leder. »Halt doch dein Maul!«

Keine sonderlich schlaue Antwort.

Er wollte schon selbst zu einer Antwort ansetzen, wurde aber vom Quietschen einer Tür abgelenkt. Absätze klackten auf dem Metallboden.

Tack.

Tack.

Tack.

Und als er sie dann endlich sah, klappt ihm der Mund auf. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Er kannte die Schönheit, die sich nun über ihn beugte. Er kannte sie von Fotos, aus dem Büro des Weihnachtsmanns.

»Überrascht?«, fragte sie.

Er hätte gerne geantwortet, doch dafür müsste er den Mund zu bekommen, also nickte er einfach.

»Sie kennen mich also?«

Er nickte, dann endlich klappten seine Zähne zusammen und er sagte: »Wieso zum Teufel sabotieren sie ihren eigenen Mann?«

Sie lächelte. »Was würden sie denn tun, wenn ihr Partner nie Zeit für sie hat, weil er Geschenke für Kinder basteln muss und sie dann auch noch selber verteilt. Jedes Jahr verspricht er mir, dass wir nach Weihnachten hierherkommen, auf unsere eigene Insel, wo uns niemand stört, und wir nichts zu tun haben. Wissen Sie, wie oft er hier war?«

»Ich schätze mal nie. Wer will schon freiwillig auf die Insel des Dr. Moreau?«

Als Nächstes hörte er ein Klatschen, dann spürte er seine Wange heiß werden. Er schüttelte den Kopf. »Sie wissen schon, dass der Gringe ihren Mann fast umgebracht hätte?«

»Bedauerlich. Die Steroide machen leider dümmer, als ich es vorhergesehen habe.«

Das hatte er am eigenen Leib gespürt. Er schaute auf den Fleischklops, der dämlich den Hamster anstarrte, der jeden Moment einfach tot umfallen musste. Dann gingen wahrscheinlich die Lichter aus.

»Meinem neuen Plan werden Sie nicht in die Quere kommen. Ich bin ganz froh, dass sie meinen Hinweisen gut folgen konnten, ich war mir da nicht so sicher. Aber jetzt ist Schluss. Ich werde ihnen den Garaus machen.«

»Und jetzt? Wie wollen sie dieses Weihnachten verhindern oder das nächste?«

»Da sie sterben werden, kann ich es ihnen auch verraten. Heute noch werde ich eine Rakete starten, die über dem Nordpol meine verbesserten Steroide verstreuen wird. Eine Dosis reicht, um diese nervigen Elfen in dumme Monster zu verwandeln. Santa wird keine Wahl haben, als den Nordpol zu schließen und den Rest seines Lebens mit mir hier zu verbringen.«

Sie ging ein paar Schritte zurück und legte die Hand auf die Schulter des Fleischklops’.

»Maik, würdest du dich bitte um unseren Gast kümmern?«

»Okay«, sagte er und bekam ein ekliges Glänzen in den Augen.

Sie wendete sich von ihm ab, ging den Weg zurück, den sie gekommen war.

Maik grinste dämlich, kein gutes Zeichen.

Er biss die Zähne zusammen, legte vor allem besonders viel Druck auf den hinteren Backenzahn, der, der vom Gringe ausgeschlagen und nun von einer hohlen Krone ersetzt wurde.

Maik wuchtete sich auf und ging zu einem Tisch, auf dem diverse scharfe Gegenstände, aber auch seine Waffe lagen.

Der Zahn löste sich. Er spielte mit der Zunge herum.

Maik nahm sich eine Machete, hob sie vor sein Gesicht und bewunderte, wie das Licht auf der polierten Klinge reflektiert wurde.

Endlich! Die Pille fiel aus dem Hohlraum. Er schluckte sie, während er weiter den Idioten mit dem scharfen Messer beobachtete.

Maik schien wie weggetreten, zu seinem Glück, denn es dauerte fast eine Minute, bis die Pille zu wirken begann.

Seine Muskeln wuchsen, die Haut spannte sich, wie damals, als er dem Gringe drei Pillen abgenommen hatte. Problemlos konnte er die Lederriemen durchreißen.

Maik starrte ihn überrascht an, blieb aber regungslos, als brauchte er seine ganze Hirnkapazität, um die aktuelle Situation zu verstehen.

Er sprang auf, nahm seinen Revolver vom Tisch und jagte dem Fleischklops eine Kugel in den Kopf.

»Fröhliche Weihnachten, du Lauch.«

Dann folgte er Mrs. Santa den Gang entlang. Seine Schritte klangen mehr wie die dumpfen Erschütterungen eines T-Rex’.

Hinter der Tür befand sich ein weiterer, noch größerer Raum. Santas Frau stand an einer Konsole und tippte irgendwelche Befehle ein. Erst als er ein paar Schritte auf sie zumachte, erkannte er, dass die Metallwand, vor der sie stand, die Rakete war. Sein Hirn war auch nicht gerade bei 100 Prozent, diese verdammte Pille.

»Die ist ja riesig«, murmelte er, doch Mrs. Santa hörte ihn trotzdem.

»Wie zum Teufel«, schrie sie und griff nach etwas auf der Konsole.

Sie hielt einen Stab vor sich, der in eine zweigabelige Metallspitze endete. Funken sprühten zwischen den Zinken. Sie schlug nach ihm, doch er wich aus, griff nach dem Stab und zog so ruckartig daran, dass sie nach vorne fiel.

Er rannte zur Konsole und sah den Countdown. Noch 30 Sekunden. Verdammt.

Er tippte wie wild auf der Konsole herum, als wäre es sein Computer zu Hause, der wieder rumzickte. Irgendetwas klickte über ihm, er sah auf und sah, wie Stahlklammern sich an der Rakete fixierten.

Santas Frau schrie: »Nein! Das kannst du nicht tun! Er gehört doch mir, nur mir!«

Sie stand auf, rannte auf ihn zu, wollte ihn irgendwie von der Konsole weg bringen, doch er griff mit seinen großen Händen nach ihrem Kopf und schlug ihn gegen die Konsolenkante. Sie sackte einfach zusammen.

Der Countdown war bei fünfzehn Sekunden, als ihm endlich klar wurde, dass er vielleicht nicht hier stehen sollte, wenn die Rakete versuchte, sich aus dem Klammergriff zu lösen.

Er rannte so schnell wie der Hamster den Gang entlang, vorbei an Maiks Leiche durch weitere Korridore. Er hatte kein Zeitgefühl mehr und konnte nicht sagen, wieviele Sekunden ihm noch blieben. In den Filmen wurde der Countdown immer schön durch die ganze Anlage gebrüllt. Hier nicht.

Endlich fand er einen Treppenaufgang, warf sich gegen eine Stahltür und war frei.

Aber auch hier würde er nicht sicher sein, also rannte er einfach weiter, ohne Rücksicht auf irgendein mutiertes Tier, dass ihn anfallen könnte. Es schien, als witterten die die Gefahr und machten sich aus dem Staub. Er hörte nicht einmal Vogelgezwitscher in den Ästen über sich.

Dafür aber die Explosion.

Die Erde bebte und dann schien sie ein Stück des Dschungels zu verschlucken. Er rannte weiter, immer schneller. Dank der Pille hatte er keine Probleme, dem Erdrutsch zu entkommen.

Am Strand schnappte er sich das Schlauchboot, warf sich hinein und machte den Motor an.

Dann endlich lehnte er sich zurück und atmete tief durch.

Jetzt musste er Santa Claus nur erklären, dass er Witwer war.

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Traumwandler

Neugierig? Hier habt ihr den Klappentext:
Noch 5 Sekunden und das Flugzeug zerschellt auf dem Boden. Richard Lose starrt entsetzt in die Augen des Attentäters und weiß, dass er sterben wird.

Dann wacht er auf.
Zum Glück war der Absturz nur ein Traum … denkt Richard. Bis er die Aufnahmen sieht: Er steht am Gate und betritt das Flugzeug. Alles ist real.

Auch der Attentäter ist am Leben. Nachdem dieser Richards Mutter ermordet, setzt Richard alles daran, ihn aufzuhalten. Doch der Mörder ist ein Traumwandler und seinen wahren Körper zu finden, ist nahezu unmöglich.

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